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05.08.2026
Ruhpolding, erste Runde: Das RIDE – The Moto Festival ist in den Chiemgauer Alpen angekommen
Über 4.000 Besucher und drei Tage, an denen der Ortskern der Motorradszene gehörte.
Samstagvormittag, Hauptstraße Ruhpolding. Links eine Reihe Adventure-Bikes mit Alukoffern und Straßenstaub aus ganz Europa, rechts ein Café Racer neben einem Scrambler, dahinter die Chiemgauer Alpen. Dazwischen Leute, die einander nicht kennen und sich trotzdem über Federwege unterhalten. Wer wissen will, wie ein Motorradfestival aussieht, das alle Marken und Zweiradarten verbindet, hätte an diesem Wochenende hier sein müssen.
Vom 24. bis 26. Juli 2026 hat das RIDE – The Moto Festival zum ersten Mal in Ruhpolding stattgefunden, nach zwei Ausgaben als MaxlRIDE in Maxlrain. Über 4.000 Besucher kamen, am Samstag standen rund 2.500 Motorräder entlang der Hauptstraße und am Bahnhof. Freitag und Samstag: bestes Wetter. Sonntag: leichter Regen – hat niemanden gestört.
Wer fahren wollte, musste früh dran sein
Das Fahrprogramm war der Motor des Wochenendes. Die Probefahrten von Royal Enfield, Suzuki, Triumph, Zero Motorcycles und Benda waren nahezu durchgehend ausgebucht, ebenso die geführten Ausfahrten in die umliegenden Alpentäler und die Trainings am Parcours in der Speedway Arena. Wer spontan kam, brauchte Glück. 40 Aussteller standen auf der Händlermeile – große Hersteller neben Ausrüstern, Zubehörspezialisten und kleinen Custom-Werkstätten, für alle frei zugänglich. Ticket brauchte man nur abends im Festivalpark.
Weltklasse, die man ansprechen konnte
Chris Birch, achtfacher neuseeländischer Enduro-Meister und dreifacher Sieger der Roof of Africa, stand nicht auf einer Bühne, sondern zwischen den Leuten. Kevin Gallas, im Februar erster deutscher Gesamtsieger des Africa Eco Race, ebenso. Bernd Hiemer, zweifacher Supermoto-Weltmeister, zeigte Stuntvorführungen und gab Kurse für Fortgeschrittene. Dazu Benedikt Reiwald alias Reiwadatschi, Niclas Karstedt, Patrick Gasior, Niels Peter Jensen, Martin Brucker, Carina Hoefler, Peter Jörg und Mario Steiner, Bea und Helmut von Time to Ride, sowie Ellie und Norman von The8hundreds und Paolo Secomandi, Francesca D’Alonzo, in der Szene bekannt als „The Velvet Snake“. Meet & Greets, Fahrvorführungen, viele Fragen, keine Berührungsängste.
Drei Preise, drei völlig verschiedene Bikes
Beim RIDE Bike Award traf ein Designkonzept auf zwei kompromisslose Werkstattarbeiten. „Most Customized Adventure Bike“, präsentiert von North of Berlin, ging an Igor Kravtsov und sein Konzept „Ember Trail“: Farbverlauf in Honda-Hausfarbtönen, darüber handgezogene Topografielinien, die man mit der Hand spüren kann. „Most Adventurized Custom Bike“, präsentiert von Resurgence Gear, holte Basti Neumann mit einer Suzuki DR650 von 1993 – Scrambler-Umbau mit handgefertigtem Heckrahmen, handgemachter Airbox und Custom-Tank, gebaut zum Fahren, nicht zum Anschauen. Den Publikumspreis „Best in Show“, präsentiert von Mosko Moto, gewann der „Beach Cruiser“ von W&B Custombikes auf Basis einer Royal Enfield Interceptor 650: Zentralfederbein, Zahnriemenantrieb, Aluminiumtank, Holzsitz.
Abends Musik, morgens Zweitakter
Am Freitagabend eröffneten Azur, gefolgt von Jimmy Cornett & The Deadmen das Abendprogramm auf dem Festivalgelände im Kurpark, ab Freitagvormittag kamen bereits Vorträge, Workshops, Kino und Stuntshows dazu, am Sonntagvormittag ein Frühschoppen-Konzert. Und am Samstagvormittag rollten beim jährlichen Schnaggei-Treffen knapp 150 alte Zweitakter in den Ortskern – für viele Besucher ein weiterer Höhepunkt. Übernachtet wurde auf dem Campingplatz am Waldstadion, den ein kostenloser Shuttle mit dem Zentrum verband, und im Ort selbst: Ruhpolding war nahezu ausgebucht.
„Wir sind überwältigt. Ruhpolding hat uns aufgenommen, als wären wir schon immer hier gewesen – und unsere Gäste haben das zurückgegeben“, sagt Veranstalter Matthias Berger. „Den Umzug in die neue Location finden wir, unsere Besucher und die Aussteller gleichermaßen genial. Es war sehr familiär, tolle Stimmung, herzlich und einfach schön.“
„Ein Festival mitten im Ort zu gestalten, sich in bestehende Infrastrukturen einzubinden – und dann auch noch mit dem Thema Motorrad: Davor hatte ich großen Respekt. Ruhpolding hat uns schnell willkommen geheißen, und unser Publikum hat gezeigt, dass es sich um ‚anständige Leute‘ handelt, die ein actionreiches Wochenende in den Chiemgauer Alpen genießen“, sagt Co-Veranstalterin Silke Hoerl von Mosko Moto.
Möglich gemacht haben das über 60 freiwillige Helferinnen und Helfer sowie der MSC Ruhpolding, der das Kids-Trial unterstützte, bei der Gestaltung des Offroadparcours tatkräftig unterstützte und die Bewirtung in der Speedway Arena übernahm. Veranstaltet wird das RIDE – The Moto Festival von der Riderstyle Trading GmbH gemeinsam mit Mosko Moto. Der Termin für 2027 ist der 23. – 25. Juli.
Die Fakten im Überblick
- Termin: 24. bis 26. Juli 2026, Ruhpolding (Chiemgauer Alpen)
- Besucher: über 4.000
- Motorräder am Samstag: rund 2.500
- Aussteller: 40
- Test-Ride-Marken: Royal Enfield, Suzuki, Triumph, Zero Motorcycles, Benda
- Zugang: Händlermeile und Tagesprogramm frei, Abendprogramm im Kurpark ticketpflichtig
- Vorgeschichte: 2023 und 2024 als MaxlRIDE in Maxlrain
- Veranstalter: Riderstyle Trading GmbH und Mosko Moto
Riderstyle Trading GmbH