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19.02.2026
Neue Wege im Nahverkehr: Bedarfsgerechte Ergänzung des ÖPNV durch Rufbus-System
Aufgrund der in den vergangenen Jahren steigenden Gästezahlen, erhöhten Bus-, Sprit- und Personalkosten steht der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in Ruhpolding vor Herausforderungen. Zusätzlich verschärft wurde die Situation durch die von der Regierung eingeführte Offenen Ganztagesschule (OGS), welche die Gemeinde dazu verpflichtet, die Schülerbeförderung bis 16:00 Uhr sicherzustellen. Die im Rahmen der OGS eingesetzten Busse fehlen nun an anderer Stelle im Linienverkehr. „Die Taktung, sowie das generelle Angebot der Dorflinien, war in den letzten Monaten für Bürger und Touristen nicht mehr zufriedenstellend“, so Bürgermeister Pfeifer. Ziel war es daher, mit einem neuen Konzept ein attraktiveres Mobilitätsangebot für alle Nutzer bereitzustellen.
„Eine optimale Verkehrsstruktur zu gewährleisten ist eine echte Kernaufgabe“, betont der Tourismusdirektor Gregor Matjan. „Gerade in einer wachsenden Tourismusregion müssen Mobilitätsangebote flexibel, effizient und zukunftsorientiert gestaltet sein.“
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, plant die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Kommunalunternehmen Tourismus die Einführung eines sogenannten Bedarfslinien-Verkehrs, besser bekannt als „Rufbus“. Dieses flexible Angebot soll eine sinnvolle Ergänzung zum bestehenden Bus-Linienverkehr darstellen und Versorgungslücken gezielt schließen.
- Fahrten können gebündelt werden, wodurch Fahrzeuge effizient eingesetzt werden
- Unabhängig von festen Linienführungen
- Beförderung von einem beliebigen Punkt A zu einem beliebigen Punkt B auf direktem Wege
- Flexible und bedarfsgerechte Einsatzzeiten
- Angebotsdauer täglich von 08:00 Uhr bis 22.00 Uhr
Zum Einsatz kommen mittelgroße Busse oder Kleinbusse mit acht oder neun Sitzen. Für die Nutzung ist ein geringer Unkostenbeitrag in Höhe von etwa 3 bis 5 Euro vorgesehen. Chiemgaukarteninhaber, sowie Bürgerkarteninhaber sollen die Rufbusverbindung gratis nutzen können.
Die gesamte Abwicklung soll unkompliziert und digital erfolgen: Über eine App können Fahrten gebucht, koordiniert und direkt bezahlt werden, was eine besonders effiziente und nutzerfreundliche Abwicklung ermöglicht. Zudem soll eine Telefonnummer den direkten Kontakt zum Rufbusangebot ermöglichen.
Bürgermeister Justus Pfeifer begrüßt das Vorhaben ausdrücklich:
„Gerade im ländlichen Raum brauchen wir innovative Lösungen. Der Rufbus bringt Mobilität genau dorthin, wo sie gebraucht wird und das bis in die Abendstunden.“