Baustellen und Sperrungen
Kirche vor dem Sonntagshorn in Ruhpolding
© © Ruhpolding Tourismus/Andreas Plenk

08.10.2026

Wichtige Entscheidungen für Ruhpoldings Zukunft

 

In der vergangenen Gemeinderatssitzung wurden mehrere wichtige Projekte und Weichenstellungen für die kommenden Jahre auf den Weg gebracht. Themen waren unter anderem der Neubau der Fernwärmezentrale, die weitere Entwicklung des Kurparkareals, die geplante Hotelansiedlung, die Zusammenlegung der beiden Kommunalunternehmen sowie die Neuausrichtung des Parkplatzkonzepts.

Neue Fernwärmezentrale sichert Wärmeversorgung

Die Fernwärmezentrale der Gemeinde Ruhpolding wurde 2020 in einem sehr schlechten baulichen Zustand von einem privaten Betreiber übernommen. Seitdem wurde intensiv gearbeitet, um die technischen Probleme und den notwendigen Investitionsbedarf zu beheben. Der vorhandene Kessel arbeitete jedoch immer unzuverlässiger und so wurde ab dem Jahr 2021 ein Neubau der Fernwärmezentrale vorangetrieben.

Nach Prüfung verschiedener möglicher Standorte durch die Gemeinde und das Landratsamt soll nun die neue Fernwärmezentrale am bisherigen Standort im südlichen Bereich des Freibadgeländes neu errichtet werden. Der Standort wurde unter verschiedenen Gesichtspunkten untersucht. Neben den genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen spielen unter anderem Hochwasserschutz, Abstände zu angrenzenden Gebäuden, die Druckverhältnisse im Leitungsnetz sowie die bestehende Leitungsinfrastruktur eine Rolle. 

Der Gemeinderat hat der Planung mit großer Mehrheit zugestimmt (2 Gegenstimmen). Der Neubau wird aufgrund der technischen Anforderungen etwas größer als die bestehende Anlage. Vorgesehen ist ein rund 15 Meter hoher Baukörper. Damit ist das Gebäude etwas höher als die Eishalle. Für die Fassade sind unter anderem ein Kletterparcours zur Nutzung aus dem Freibad sowie eine bronzefarbene Gestaltung und Begrünungen vorgesehen.

Der Bau soll nach derzeitiger Planung im Frühjahr 2027 beginnen. Dafür wird der Bereich des heutigen Beachvolleyballplatzes benötigt. Gleichzeitig steht ohnehin eine umfassende Sanierung des Freibads an. Die beiden Maßnahmen sollen daher zeitlich miteinander verbunden werden, auch weil die neue Freibadtechnik im Keller der Fernwärmezentrale untergebracht werden kann. Eine Wiedereröffnung des sanierten Freibads ist nach derzeitiger Planung im Jahr 2029 vorgesehen.

„Der Neubau der Fernwärmezentrale ist dringend notwendig. Damit sichern wir die Wärmeversorgung zahlreicher Einrichtungen und Gebäude in Ruhpolding langfristig. Gleichzeitig wollen wir die Bauzeit nutzen, um den Investitionsstau im Freibad zu beheben, es attraktiver gestalten und sanieren “, betont Bürgermeister Justus Pfeifer. Über das Fernwärmenetz werden unter anderem das Seniorenheim Sen Vital, das Regenbogen Wohnen, das Schwimmbad, mehrere Hotels sowie die Hochschule mit Studentenwohnheim, die Schule, Turnhalle, sowie weitere kommunale und private Gebäude versorgt.

Während der Schließzeit des Freibads soll das Vita Alpina als Alternative zur Verfügung stehen. Für Einheimische sollen dabei entsprechende Vergünstigungen angeboten werden.

Hotelansiedlung im Kurpark: Verfahren wird fortgesetzt

Auch bei der geplanten Entwicklung des Kurhausareals zu einem Hotelstandort soll der eingeschlagene Weg nach Abstimmung im Gemeinderat weiterverfolgt werden. Im bisherigen Ansiedlungsverfahren (läuft seit Dezember 2025) konnte noch kein Investor gefunden werden. Der Gemeinderat hat sich dennoch klar dafür ausgesprochen, das Verfahren fortzuführen und die Rahmenbedingungen für mögliche Interessenten weiterzuentwickeln.

Die geplante Hotelansiedlung ist das Ergebnis eines längeren Prozesses mit Bürgerwerkstatt, Bürgerentscheid und zahlreichen Beratungen und Beschlüssen im Gemeinderat. Ziel bleibt es, eine hochwertige Entwicklung des zentral gelegenen Areals zu ermöglichen und gleichzeitig Einnahmen zu erzielen, die unter anderem für die Sanierung des Schwimmbads (Vita Alpina) eingesetzt werden können.

„Wir wissen, dass die Suche nach einem geeigneten Investor Zeit braucht. Auch bei anderen Projekten, wie z.B. dem Aja Ressort, hat es länger gedauert, bis eine passende Lösung gefunden wurde. Deshalb wollen wir weiter am Ball bleiben und in die nächste Phase gehen. Es freut mich, dass der Gemeinderat das auch so sieht“, erklärt Bürgermeister Pfeifer.

Eine Begutachtung einer Sanierung des bestehenden Kurhauses für eine Weiternutzung wurde im Gemeinderat hingegen nicht weiterverfolgt. Investitionen in das baufällige Gebäude sollen vermieden werden, schließlich widersprechen sich diese auch mit der vom Gemeinderat anvisierten Hotelansiedlung.

Übergangslösung für das Kurhausareal

Unabhängig von der späteren Hotelansiedlung soll aber auch erörtert werden, wie das Areal bis zu einer Hotelansiedelung sinnvoll genutzt und aufgewertet werden kann.

Der Gemeinderat hat deshalb beschlossen, einem Antrag der CSU mit 13 zu 5 Stimmen zu folgen und die Errichtung einer vorübergehenden Veranstaltungsalm auf dem Kurhausgrundstück zu prüfen. Unter dem Arbeitstitel „Ruhpolding-Alm“ könnte dort eine flexible Veranstaltungsfläche entstehen, die beispielsweise von Vereinen und für touristische Veranstaltungen genutzt werden kann. Sollte später ein Hotel entstehen, wäre eine Weiterverwendung der Alm an einem anderen Standort denkbar.

Darüber hinaus soll geprüft werden, ob neben dem Abriss des Kurhauses auch der bestehende Pavillon der ehemaligen Tourist-Information sowie das Dietmann-Haus am Kurpark abgerissen und die frei werdenden Flächen in den Kurpark integriert werden können. Die Verwaltung soll hierzu die Kosten ermitteln und mögliche Fördermöglichkeiten prüfen.

Damit soll das Kurparkareal bereits vor einer endgültigen Hotelentwicklung schrittweise aufgewertet werden.

Gemeindewerke und Tourismus zusammenführen

Eine weitere wichtige organisatorische Entscheidung betrifft die beiden Kommunalunternehmen der Gemeinde. Das Kommunalunternehmen Gemeindewerke Ruhpolding und das Kommunalunternehmen Ruhpolding Tourismus sollen zum 1. Januar 2028 zusammengeführt werden.

Die Zusammenlegung soll vor allem steuerliche, finanzielle und personelle Vorteile bringen und Verwaltungsabläufe vereinfachen. Künftig müssen beispielsweise bestimmte Prüfungen und organisatorische Aufgaben nur noch innerhalb eines Unternehmens durchgeführt werden. Gleichzeitig können Strukturen gebündelt und Synergien besser genutzt werden.

Der Gemeinderat hat der Zusammenlegung einstimmig zugestimmt. Ziel ist es, die kommunalen Aufgaben effizienter zu organisieren und die vorhandenen Ressourcen bestmöglich einzusetzen. Gleichzeitig soll darauf geachtet werden, die Bedeutung des Tourismus nicht zu vernachlässigen sondern vielmehr Synergieeffekte und Kooperationsmöglichkeiten zu schaffen.

Parkplatzkonzept wird neu ausgerichtet

Auch bei den Parkgebühren ist eine Neuausrichtung vorgesehen. Die Gebühren sollen künftig bei 5 Euro für vier Stunden und 7 Euro für ein Tagesticket liegen. Eine weitergehende Reduzierung ist aus finanziellen Gründen nicht möglich, da die Parkeinnahmen einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung kommunaler Angebote und Infrastruktur leisten – unter anderem auch für den Betrieb des neuen DORLI-Bedarfslinienverkehrs.

Mit der neuen Gebührenstruktur entfällt gleichzeitig das bisherige Rabattmarkensystem. Das System habe grundsätzlich einen guten Ansatz verfolgt, um den örtlichen Handel zu unterstützen, sich in der Praxis jedoch als zu komplex und wenig praktikabel erwiesen, so Bürgermeister Pfeifer.

„Das Rabattmarkensystem war ein guter Gedanke und sollte den Handel vor Ort stärken. In der Praxis wurde das System allerdings deutlich weniger genutzt als erhofft. Mit der Neuausrichtung wollen wir die Regelungen einfacher und zugleich besser für digitale Lösungen nutzbar machen.“

Eine Unterstützung für Einheimische soll es weiterhin geben: Die kostenlose Nutzung der Wanderparkplätze wird – dem Ergänzungsantrag der CSU-Fraktion folgend - künftig in die Bürgerkarte integriert. Der Jahrespreis der Bürgerkarte wird auf 50 Euro angepasst. Neben dem kostenlosen Parken an den Wanderparkplätzen bleiben die bereits bestehenden Vergünstigungen und Angebote der Bürgerkarte erhalten.

 

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