Bürgerwerkstatt am 14./15.10.2022

 

Etwa 60 Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde über 18 Jahre, die per Zufall ausgewählt wurden oder örtliche Vereine repräsentieren, trafen sich in den Räumlichkeiten der Grund- und Mittelschule in Ruhpolding, um über die zukünftige Ortsgestaltung (Kurpark, Veranstaltungssaal und Vita Alpina) zu diskutieren und ihre Ideen einzubringen. Bevor es am Samstag tatkräftig an die Arbeit ging, fand am Vorabend eine Auftaktveranstaltung statt, um sich mit der Thematik vertraut zu machen und in die Faktenlage einarbeiten zu können. „Ich freue mich, dass Sie liebe Bürgerinnen und Bürger, Jung und Alt, sich die Zeit genommen haben und maßgeblich an der Zukunft unseres Dorfes mitwirken. Mir ist es ein Anliegen, diese wichtige Entwicklung gemeinsam mit Ihnen neu zu denken“, eröffnete Bürgermeister Justus Pfeifer die Abendveranstaltung. Mit seinem damaligen Wahlspruch „Die Zeit ist reif“, erinnerte Pfeifer die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nochmal besonders an sein Versprechen, die Gemeinde für die kommenden Jahre fit und zu machen und zukunftsfähig für künftige Generationen aufzustellen.

„Veränderungen machen erst einmal Angst. Für Politiker wäre es natürlich am einfachsten, alles so zu belassen, wie es ist. Das bringt am wenigsten Unruhe in die Bevölkerung und sichert meistens auch eine vermeintliche Wiederwahl. Die finanzielle Lage der Gemeinde, und der bautechnische Zustand vieler Einrichtungen zeigen uns jedoch eindringlich, dass der Zeitpunkt des Handelns längst überfällig ist. Entscheidend ist dabei besonders die finanzielle Handlungsfähigkeit zukünftiger Generationen sicherzustellen“, machte der Rathauschef deutlich.

Für gute Einstimmung sorgte das Moderatorenteam Solveig Grundler und Gabriele Übler von Agorakomm im Rahmen eines „Warm Ups“. So wurden in lockerer Atmosphäre unter anderem die Motive und Stimmungsbilder der Teilnehmer für ihre Bereitschaft zur Teilnahme abgefragt. Haupttenor war: Veränderungen sind unumgänglich und die Wirtschaftlichkeit darf dabei nicht außer Acht gelassen werden.

Danach übernahm Herbert Ringsgwandl, stellvertretender Vorstand, Ruhpolding Tourismus KU, das Wort. Herr Ringsgwandl präsentierte Daten und Fakten zur aktuellen Lage im Tourismus und machte auf die touristische Relevanz aufmerksam, die ebenso mit in die Diskussionsgrundlage hineinfließen muss. „Wir stehen nicht vor einem Zusammenbruch, sondern vor einem Aufbruch. Wir sind kein Kitzbühel aber der Tourist findet in Ruhpolding alles, was er braucht. Unser Tourismus ist harmonisch im Einklang mit der Natur und der Umwelt und das ist unsere Stärke“, machte Ringsgwandl Mut zur Veränderung.
Zum Abschluss stellte sich das Expertenteam vor: Herr Jochen Gronle, Firma Plankreis, informierte zum Thema Kurhaus und Kurpark (Aktuelle Lage und mögliche Überlegungen). Von der Firma GMF beleuchtete Herr Thomas Maier die Situation des Vita Alpinas und gab Einblicke, wie andere Gemeinden das Thema Bad in ihr Konzept integrieren.

Am Samstag ging es dann zur Sache. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer teilten sich selbständig in entsprechende Arbeitsgruppen ein, die jeweils eine Richtung oder einen Schwerpunkt verfolgen. Alle Gruppen wurden von den Moderatorinnen und dem Expertenteam begleitet. Neben den externen Experten und Gutachtern standen aber auch Mitarbeiter aus dem Rathaus während der Arbeitsphase für aufkommende Fragen Rede und Antwort. Am Abend präsentierte jede Gruppe ihre ersten Ergebnisse: Man darf auf die nächste Runde gespannt sein. In der zweiten Bürgerwerkstatt im November werden die gewonnen Lösungsansätze weiterentwickelt und priorisiert.

„Herzlichen Dank allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer! Euer Einsatz ist ein wertvoller Beitrag für unsere Zukunft und eure Teilnahme gelebte Demokratie, um unseren Ort aus Bürgersicht weiterzuentwickeln!“, bedankte sich Pfeifer nach einem langen aber vielversprechenden Workshop-Tag.