Bürgerkarte 2024
Kirche vor dem Sonntagshorn in Ruhpolding
© © Ruhpolding Tourismus/Andreas Plenk

15.12.2022

 

100 Jahre Ruhpoldinger Rathaus
Mit einem Tag der offenen Tür feierte die Gemeinde das Jubiläum und die Einweihung der neuen Räumlichkeiten.

 

Pünktlich zum großen runden Geburtstag sind die Sanierungsarbeiten im Rathaus fertig geworden. Auch das ehemalige Haus des Gastes gegenüber dem Rathaus – jetzt Gemeindebauamt – wurde in diesem Jahr umgebaut und das Bauamt und die Technische Bauabteilung sind dort eingezogen. Das Jubiläum und die Fertigstellung der Sanierungsarbeiten wurden Anfang Dezember mit einem Tag der offenen Tür und einem gemütlichen Beisammensein in Form eines kleinen Weihnachtsmarktes am Rathausplatz gebührend gefeiert.
„Es ist immer schön, bei solchen Gelegenheiten ins persönliche Gespräch mit den Menschen zu kommen. Der Tag der offenen Tür ist ein schöner Anlass, Mitarbeiter persönlich kennenzulernen, die für die Gemeinschaft in unserer Gemeindeverwaltung arbeiten“, freute sich Bürgermeister Justus Pfeifer. „Es ist unser aller Rathaus, das von der Geburtsurkunde, über die Hochzeit zum Bauantrag des Eigenheims bis hin zur Sterbeurkunde unser gesamtes Leben begleitet“, begrüßte Pfeifer die Gäste an diesem Tag. Großen Dank für eine gute Zusammenarbeit sprach Pfeifer an alle Gewerke aus. Die Bauarbeiten waren teilweise herausfordernd, da das Gebäude wegen seiner ortstypischen Bauweise unter Denkmalschutz steht. Ganz besonderer Dank gilt dem gemeindlichen Bauhof, der neben den Gewerken viele Arbeiten verrichtete und während den Umbaumaßnahmen vor allem für die Kolleginnen und Kollegen immer helfend zur Seite stand. Auch der stellvertretende Landrat Josef Konhäuser, der Ruhpoldinger ist, sprach im Anschluss seinen Glückwunsch aus. Für ihn habe das Rathaus eine besondere Bedeutung, da er dort geheiratet hatte, seine Schulzeit in der Alten Schule (Gebäude nebenan) verbracht hatte und fast 30 Jahre im Gemeinderat tätig gewesen ist.
Bevor es ans Feiern und zur Besichtigung der Räumlichkeiten ging, sprachen Pfarrer Otto Stangl und Bernd Reuther für das Rathausgebäude und das Gemeindebauamt ihren Segen aus und es wurde zusammen gebetet. An diesem Tag standen alle Räumlichkeiten wie Büros, Archiv und Sitzungssäle für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger offen. Mitarbeiter der jeweiligen Abteilungen standen während der gesamten Veranstaltung Rede und Antwort. So konnte man zum Beispiel im Bauamtsarchiv einen Blick in seine „Hausakte“ werfen oder in der Gemeindekasse eine kleine Schätzfrage beantworten, wieviel denn 2000,- Euro in Kleingeld wiegen. Stellwände zeigten historische Fotos und Dokumente, was gerade viele ältere Bürgerinnen und Bürger zum Anlass nahmen, ihre persönlichen Geschichten dazu zu erzählen. Draußen konnte man in adventlicher Stimmung mit Hütten, Schwedenfeuer und Alphornbläsern zusammenstehen und ins Gespräch kommen. Der Sportverein SV Ruhpolding versorgte die Gäste mit Bosna und Getränken. Als Überraschung wurde Glühwein und Punsch von der Gemeinde kostenfrei an die Gäste ausgeschenkt.

 

In den Anfängen beherbergte das Rathaus das Heimatmuseum und Wohnungen

Das Rathaus entstand im Jahre 1922 unter Bürgermeister Bartholomäus Schmucker und nahm damals gleichzeitig das neugegründete Bartholomäus-Schmucker Heimatmuseum auf. Größte Schwierigkeiten und zahllose Anfeindungen mussten dabei Schmucker und seine Getreuen über sich ergehen lassen, ehe der Bau vollendet war. An der nördlichen Giebelwand des Gebäudes erinnert noch folgender Spruch an jene Zeit:

 

Kämpfe hat’s genug gegeben
Eh‘ ich erstand zu diesem Leben.
Doch jeder gute Bürgersmann
Hat jetzt auch seine Freude dran.

Mit Unfried‘ und mit bösen Worten
Ist niemals was geschaffen worden
Drum Bürger zieh die Lehre d’raus
Halt Einigkeit in diesem Haus!

 

Die auffällige Fassadenbemalung mit typisch oberbayerischer Lüftlmalerei kam 1925 hinzu, die das Rathaus bis heute zu einem gestalterischen Vorbild für unseren alpenländischen Baustil macht. Ab 1950 wurde die Alte Schule im Gebäude nebenan, in dem zuletzt der Kindergarten untergebracht war, im Erdgeschoss für die Bauabteilung und im ersten Obergeschoss ein Raum für Sozialhilfe und Sozialversicherungsabteilung genutzt. Bis etwa 1972 war das Heimatmuseum im Dachgeschoss und in einem Teil des Obergeschosses des Rathauses notdürftig untergebracht. Zudem befanden sich im Rathausgebäude in den ersten Jahren bis etwa 1967 Verwaltungswohnungen. Über die Jahre erfolgten immer wieder kleinere Sanierungsmaßnahmen.

 

Erste Modernisierung 2018

2018 erfolgte eine Modernisierung im Rathaus. Neben einer energetischen Sanierung des Dachstuhls ist eine komplett neue Raumaufteilung mit Büroräumen und Besprechungszimmer im Dachgeschoss entstanden. Heute ist die Finanzverwaltung mit den Abteilungen Kasse, Steuern, Liegenschaften und Wohnbauwerk im Dachgeschoss angesiedelt.

Im Erdgeschoss wurden zudem die öffentlichen Sanitäranlagen saniert.

 

2022 erfolgten die nächsten Umbaumaßnahmen

Das Gebäude gegenüber dem Rathaus, das als ehemaliges Schulhaus aus dem Jahr 1821 bekannt war, nach dem zweiten Weltkrieg als sozialer Hort für die Schulspeisung (vielen noch als “Suppenküche“ in Erinnerung) diente und später als „Haus des Gastes“ mit einem Lese- und Spielzimmer der Öffentlichkeit zur Verfügung stand, wurde in diesem Jahr grundlegend saniert, um weitere Verwaltungsräume zu schaffen. Das Bauamt befindet sich jetzt im Erdgeschoss, im ersten Obergeschoss ist die Technische Bauabteilung zu finden. Der neue Sitzungssaal im Dachgeschoss sowohl für interne Besprechungen und Sitzungen als auch für die Gemeinderatssitzungen ist mit modernster Technik ausgestattet: Moderne Videokonferenz, leistungsstarker Beamer, mehrere Bildschirme und eine unterstützende Audiotechnik machen die Besprechungen und Sitzungen zu einem Erlebnis.

Um die Barrierefreiheit zu gewährleisten, wurde ein Personenaufzug sowie behindertengerechte WC-Anlagen eingerichtet. Weitere wichtige Maßnahmen zur energetischen Sanierung von Gebäuden stellen der Einbau einer Lüftungsanlage im Sitzungssaal und die Lichttechnik im gesamten Gebäude dar. Eine Lüftungsanlage ist komfortabel, vermeidet hohe Wärmeverluste und kann im Vergleich zur Fensterlüftung sogar Wärme zurückgewinnen. Der Einsatz einer kompletten LED Beleuchtungstechnik sorgt für eine effiziente nachhaltige Beleuchtung.

Im Spätsommer 2022 wurden dann die letzten Umbaumaßnahmen im Rathaus in Angriff genommen: Das erstenObergeschoss wurde rundum neugestaltet und im November konnten die verbliebenen Verwaltungsmitarbeiter, die in der Zwischenzeit in die Alte Schule ausweichen mussten, in die neuen Räumlichkeiten umziehen. Die Büros des Bürgermeisters und der Geschäftsleitung, das Vorzimmer, das Personalamt und die Presse befinden sich in den neuen Räumen.